Geminderte Einkommensteuer wegen Behandlungskosten

Wer eine Kinderwunschbehandlung durchführt, kann die Kosten beim Finanzamt geltend machen. Vielfach zahlt er dann eine geringere Einkommensteuer. Solche Kosten hat nämlich die Mehrheit der Steuerzahler nicht. Einige anerkannte Fälle möchte ich nennen.

Heterologe Behandlung: Anerkennung durch Finanzamt

Die geminderte Steuer gilt auch für Nichtverheiratete. Die heterologe Behandlung mit einer Samenspende ist anerkannt, da die Steuerbehörde diese mit der homologen gleichsetzt.

Kein Steuernachlass für lesbische Lebenspartnerinnen

Lesbische Lebenspartnerinnen können mit keiner Ermäßigung der Einkommensteuer rechnen. Dem Finanzgericht Münster nach könnten zwei Frauen jenseits ihrer Fertilität keine Kinder bekommen. Kosten für die Behandlung mit einer Eizellspende hat das Finanzgericht Berlin nicht anerkannt. Beide Urteile werden derzeit vom Bundesfinanzhof (BFH) überprüft. Die Entscheidungen stehen jetzt an.

Staatliche Förderung von Kinderwunschbehandlung

Eine staatliche Förderung ist möglich. Ein gesetzlich versichertes Paar soll seinen Eigenanteil an den Kosten von 50% auf 25% verringern können. Der Bund zahlt von den 25% die Hälfte, wenn die andere Hälfte vom Bundesland gezahlt wird. Sonst gibt es keine Förderung.

Bund fördert nur mit Bundesländern zusammen

Das Problem ist nun, dass nur wenige Bundesländer an diesem Förderprogramm teilnehmen. Die teilnehmenden Länder leisten höchst unterschiedlich in Höhe und Art.

Erheblicher Beratungsbedarf

Lassen Sie sich unbedingt über Ihre Rechte von einem spezialisierten Rechtsanwalt informieren, da die Behandlungskosten meist hoch sind.

Text: Rechtsanwalt Andreas Maria Wucherpfennig - Münster, Hamburg