Künstliche Befruchtung im Ausland

Ein Paar, das gesetzlich versichert ist, kann sich auch im Ausland behandeln lassen. Jeder muss aber wissen, dass nicht alle Kosten von der deutschen Krankenkasse erstattet werden. Es wird höchstens der Betrag gezahlt, den die Krankenkasse auch in Deutschland zahlen muss. Ein Paar, das privat krankenversichert ist, kann sich auch im europäischen Ausland behandeln lassen. Dieses muss aber im Versicherungsvertrag geregelt sein.

Deutsches Recht bei IVF und ICSI

Es können in manchen Ländern Behandlungen durchgeführt werden, die in einem anderen Land verboten sind. Dieses ist wichtig für die Kostenerstattung. Auch wenn die Behandlung im Ausland stattfindet, gilt das deutsche Recht. Wenn also die Behandlung in Deutschland verboten ist, zahlt keine Krankenkasse oder Krankenversicherung.

Embryonenschutzgesetz (ESchG)

In Deutschland muss bei der künstlichen Befruchtung das Embryonenschutzgesetz (ESchG) eingehalten werden. Nach dem Wortlaut ist es verboten, wenn mehr als drei befruchtete Eizellen weiterentwickelt werden. Dieses ist so, weil später auch nur drei Embryonen zurück übertragen werden dürfen.

Eine Auslandsbehandlung wird wegen anderer gesetzlicher Möglichkeiten so geplant, dass viele Embryonen entstehen, von denen die besten vor dem Transfer selektiert werden. Die Behandlung verstößt damit meistens gegen das Embryonenschutzgesetz. Dieses setzt aber voraus, dass der gelingt. Da dieses nicht gesichert ist, lässt sich ein Gesetzesverstoß erst nach der Behandlung anhand des Ergebnisses beurteilen.

Kostenerstattung trotz Embryonenschutzgesetz?

Wenn nur wenige Eizellen und Embryonen entstehen und dadurch keine Selektion möglich ist, verstößt diese Behandlung nicht unbedingt gegen das ESchG. In dem Fall ist eine Kostenerstattung durch die Krankenkasse und die Krankenversicherung möglich. Dieses ist aber meistens umstritten. Das Paar muss die Behandlungskosten wohl erst einmal auslegen.

Eizellspende ist in Deutschland verboten

Das Embryonenschutzgesetz schreibt vor, dass keiner Frau eine fremde unbefruchtete Eizelle übertragen werden darf. Auch darf keiner eine Eizelle künstlich befruchten, wenn diese nicht zu einer Schwangerschaft der Frau führen soll, von der die Eizelle stammt.

Das Embryonenschutzgesetz schreibt auch vor, dass keine Samenzelle in eine Eizelle eingebracht werden darf ohne eine Schwangerschaft der Frau erreichen zu wollen, von der die Eizelle stammt.

Demnach ist die Eizellspende in Deutschland verboten. Damit dürfen weder die gesetzliche Krankenkasse noch die Privatversicherung Behandlungskosten zahlen.

Erheblicher Beratungsbedarf

Lassen Sie sich unbedingt über Ihre Rechte von einem spezialisierten Rechtsanwalt informieren, da die Behandlungskosten meist hoch sind.

Text: Rechtsanwalt Andreas Maria Wucherpfennig - Münster, Hamburg