Welche Ansprüche habe ich gegen Versicherungen? Hier müssen wir als erstes zwischen gesetzlichen und privaten. Auf was muss ich achten? Wie setze ich meine Ansprüche durch? Alles Fragen, auf die ich Ihnen Antworten geben möchte.

Weben Fragen zur Leistungsablehnung im Krankheitsfall, bei Unfall oder Berufsunfähigkeit besteht Beratungsbedarf durch einen Rechtsanwalt. Dieses gilt vor allem, wenn eine Versicherung die Kündigung oder Anfechtung des Vertrages wegen vorvertraglicher Anzeigepflichtverletzung erklärt.

Krankheit und Krankenversicherung

Manche sind gesetzlich krankenversichert, manche privat. Dieses ist meist keine freie Wahl, sondern bestimmt das Gesetz. Für die meisten besteht eine gesetzliche Versicherungspflicht. Wen das nicht trifft, kann eine private Krankenversicherung abschließen. Die Rechte für Kassenpatienten ergeben sich aus dem Sozialgesetzbuch SGB 5, Ansprüche für Privatversicherte ergeben sich direkt aus dem Vertrag mit der Krankenversicherung.

Die Leistungen der Krankenkassen sind meist geringer als die der Privatversicherung. Der Leistungskatalog ist beschränkt. Bei der Privaten können einfach mehr Leistungen versichert werden, etwa bei Physiotherapie, Psychotherapie oder künstlicher Befruchtung. Auch bei der alternativen chinesischen Medizin, der Zahnbehandlung und bei Zahnersatz, Brücke oder Implantat. Überlegen Sie, welchen Tarif Sie wählen. Die Tarifbedingungen ergeben die Leistungsbreite.

Wer bei einer privaten Krankenversicherung vor Abschluss die Gesundheitsfragen nicht richtig beantwortet, hat oft erhebliche Probleme. Dieses kann später zur Kündigung oder Anfechtung des Vertrages führen. Der Stichpunkt ist vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung. Dieses bedeutet, dass derjenige erst einmal nicht krankenversichert ist. Er kann sich nicht einfach gesetzlich versichern. Diesem kann man vorbeugen. Ein erfahrener Rechtsanwalt kann hilfreich sein.

Berufsunfähigkeit und Berufsunfähigkeitsversicherung

Zwischen den gesetzlichen Regelungen und einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist zu unterscheiden. Die gesetzliche Berufsunfähigkeit steht im Sozialgesetzbuch SGB 6. Es geht um die Erwerbsminderungsrente. Ansprüche entstehen, wenn jemand keine sechs Stunden mehr arbeiten kann. Gefragt wird, ob jemand noch irgendeine Tätigkeit ausführen kann. Es kommt nicht darauf an, welchen Beruf er vorher ausgeübt hat.

Ansprüche für Privatversicherte ergeben sich direkt aus dem Vertrag. Die Versicherung leistet, wenn jemand mehr als 50% berufsunfähig ist. Was Beruf ist und um welchen es geht, wird in den Tarifbedingungen vereinbart. Beruf kann je nach Vertrag der zuletzt ausgeübte sein oder auch der erlernte Beruf. Es kommt nicht direkt darauf an, wieviele Stunden jemand noch arbeiten kann. Insofern kann auch ein 450 Euro-Job für Leistungen ausreichen. Da es auf die medizinische Bewertung ankommt, gibt es oft Streit über die Leistungspflicht mit der Berufsunfähigkeitsversicherung. Ein erfahrener Rechtsanwalt ist hilfreich.

Als Rechtsanwalt kann ich nur dringend raten, die vertraglichen Pflichten zu kennen. Es sind Mitwirkungsregelungen zu beachten. Wenn diese übersehen werden, muss die Versicherung unter Umständen nicht zahlen. Hier ist ein erfahrener Rechtsanwalt hilfreich.

Unfall und Unfallversicherung

Zwischen den gesetzlichen Regelungen bei Unfall und einer privaten Unfallversicherung ist zu unterscheiden. Ein Unfall liegt einfach gesagt vor, wenn bei jemandem plötzlich von außen eine Körperverletzung eintritt. Die meisten Fälle sind Stürze und Verkehrsunfälle. Der Unfall wird im gesetzlichen Sozialgesetzbuch 7 geregelt und bezieht sich auf Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten. Es geht um Rehabilitationsleistungen und um Rentenzahlungen.

Ansprüche für Privatversicherte ergeben sich direkt aus dem Vertrag mit der Unfallversicherung. Die Versicherung zahlt, wenn bei ihrem Versicherten eine Invalidität vorliegt. Dieses bedeutet, dass durch den Unfall eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung dauerhaft eingetreten sein muss. Die Höhe der Leistung ergibt sich aus der sogenannten Gliedertaxe. Da es auf die medizinische Bewertung ankommt, gibt es oft Streit über die Leistungspflicht mit der Unfallversicherung. Ein erfahrener Rechtsanwalt ist hilfreich.

Als Rechtsanwalt kann ich auch hier nur dringend raten, unfallvertragliche Mitwirkungspflichten zu beachten. Nach einem Unfall muss der Versicherte unverzüglich einen Arzt aufsuchen sowie den Unfall seiner Versicherung anzeigen. Geschieht dieses nicht, können schon deshalb Leistungen von der Unfallversicherung verweigert werden.

Text: Rechtsanwalt Andreas Maria Wucherpfennig - Münster, Hamburg